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MedienmitteilungVeröffentlicht am 12. März 2026

Schweizerischer Wissenschaftsrat reicht Stellungnahme zu seiner geplanten Aufhebung ein – Unabhängige Beratung darf nicht geschwächt werden

Bern, 12.03.2026 — Der Schweizerischer Wissenschaftsrat SWR hat im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens zur Neuordnung der ausserparlamentarischen Kommissionen seine Stellungnahme eingereicht. Darin lehnt er die vom Bundesrat beantragte Aufhebung des SWR entschieden ab.

Der SWR erachtet die im erläuternden Bericht genannten Gründe für eine Abschaffung als nicht überzeugend. Aus seiner Sicht würde die Auflösung des Rates die unabhängige strategische Beratung in der Bildungs-, Forschungs- und Innovationspolitik schwächen, ohne dass dadurch Einsparungen erzielt werden könnten.

Als ausserparlamentarische Kommission berät der SWR den Bundesrat in Fragen der Bildungs-, Forschungs- und Innovationspolitik. Er besteht aus maximal 15 ausgewiesenen und international renommierten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen und bringt eine langfristige, systemische und unabhängige Perspektive in die politische Entscheidfindung ein. Auch führt er Evaluationen im Auftrag des Bundes durch.

Der SWR weist in seiner Stellungnahme insbesondere auf folgende Punkte hin:

  • In einem zunehmend komplexen internationalen Umfeld wächst die Notwendigkeit für unabhängige, interdisziplinäre und langfristig ausgerichtete Politikberatung.
  • Der Milizcharakter des Rates ermöglicht hochqualifizierte Expertise zu vergleichsweise geringen Kosten. Eine Auslagerung entsprechender Leistungen an private Anbieter würde zu deutlichen Mehrkosten führen.
  • Der SWR verfügt über langjährige Erfahrung in der Evaluation zentraler Akteure und Instrumente des BFI-Systems und trägt zur methodischen Vielfalt und Qualitätssicherung bei.
  • Dank seiner unabhängigen und langfristigen Perspektive erkennt der SWR relevante Entwicklungen frühzeitig und ermöglicht rechtzeitige strategische Weichenstellungen im Bildungs-, Forschungs- und Innovationssystem.
  • Die Aufhebung des Rates stünde im Widerspruch zu bisherigen Rückmeldungen aus Politik und Verwaltung, welche die Unabhängigkeit und Qualität seiner Arbeit wiederholt bestätigt haben.
Die unabhängige wissenschaftspolitische Beratung ist ein zentrales Element eines leistungsfähigen Bildungs-, Forschungs- und Innovationssystems. Die Abschaffung des Rates würde diese unabhängige Perspektive schwächen, ohne einen erkennbaren Mehrwert zu schaffen.
Sabine Süsstrunk, Präsidentin des SWR

Der SWR entwickelt seine Arbeitsweise laufend weiter und richtet sie auf neue Anforderungen aus. Er ist jederzeit bereit, im Dialog mit Politik und Verwaltung konstruktive Vorschläge zur zweckmässigen Weiterentwicklung seiner Rolle aufzunehmen und umzusetzen.

Er ersucht den Bundesrat, im Lichte der eingegangenen Stellungnahmen auf die beantragte Aufhebung des SWR zu verzichten.