Sechster GESDA-Gipfel in Genf: Wissenschaftliche Antizipation stärkt internationale Zusammenarbeit
Bern, 16.10.2026 — Staatssekretär Alexandre Fasel hat das EDA am sechsten Gipfel des Geneva Science and Diplomacy Anticipator (GESDA) vertreten, der am 15. Oktober 2026 in Genf zu Ende gegangen ist. Während zwei Tagen diskutierten mehr als 1000 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Diplomatie, Politik, Privatwirtschaft und Philanthropie über die Auswirkungen künftiger wissenschaftlicher und technologischer Durchbrüche. Im Zentrum stand die Frage, wie Chancen und Risiken neuer Entwicklungen frühzeitig erkannt und gemeinsam gestaltet werden können.
Antizipation als Grundlage für Handlungsfähigkeit
In seiner Eröffnungsrede betonte Staatssekretär Fasel die Bedeutung eines breit abgestützten Dialogs: «Die Zukunft sollte nicht von wenigen entdeckt und allen anderen erklärt werden. Sie sollte von vielen Köpfen antizipiert werden, die aus unterschiedlichen Richtungen kommen.»
Zum Abschluss des ersten Gipfeltags unterstrich er die politische Bedeutung der Antizipation: «Durch Antizipation bewahren wir uns die Fähigkeit zu handeln, statt bloss zu reagieren.» Unter dem Leitmotiv «Use the future to build the present» verfolgt GESDA das Ziel, wissenschaftliche und technologische Entwicklungen frühzeitig in gesellschaftliche und politische Diskussionen einzubringen. Damit sollen Handlungsoptionen erarbeitet werden, bevor technologische Veränderungen Regulierungs- und Entscheidungsprozesse überholen. Dieser Ansatz leistet zugleich einen Beitrag zu einem effizienten, wirksamen und zukunftsorientierten Multilateralismus.
Neue Instrumente für Wissenschaftsdiplomatie und Gouvernanz
Zu Beginn des Gipfels stellte GESDA den Science Breakthrough Radar® 2027 vor. Der Radar identifiziert wissenschaftliche und technologische Entwicklungen mit einem Zeithorizont von fünf, zehn und fünfundzwanzig Jahren und dient als Grundlage für den Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.
Mit dem neuen digitalen Instrument Compass will GESDA zudem den Schritt von der Antizipation zum Handeln erleichtern. Das Instrument verbindet die Analyse von Chancen und Risiken neuer Technologien mit möglichen Handlungsoptionen für Politik, Regulierung und Gouvernanz.
Aufbauend auf den Erkenntnissen des Science Breakthrough Radar® ermöglicht das von GESDA und der EPFL entwickelte «Geneva Public Portal to Anticipation», mithilfe generativer künstlicher Intelligenz mögliche wissenschaftliche und technologische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft interaktiv zu erkunden. Am 24. Oktober 2026 wird die Installation im Rahmen des öffentlichen Besuchstags im Bundeshaus in Bern zugänglich sein.
Künstliche Intelligenz, Neurotechnologie und Weltraum im Fokus
Die Diskussionen am Gipfel befassten sich unter anderem mit künstlicher Intelligenz, Neurotechnologie und dem Weltraum. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion zur Gouvernanz von künstlicher Intelligenz verwies Staatssekretär Fasel auf den Geneva AI Summit 2027, den die Schweiz im kommenden Sommer in Genf durchführen wird. Der Gipfel soll den internationalen Dialog über die Chancen, Risiken und verantwortungsvolle Gestaltung künstlicher Intelligenz weiter stärken.
Öffnung gegenüber der Öffentlichkeit
Mit der Veranstaltung «Les Nocturnes de GESDA» öffnete sich der Gipfel auch für die breite Öffentlichkeit. Im Palexpo diskutierten Expertinnen und Experten mit dem Publikum über die Frage, welche gesellschaftlichen Folgen eine Lebenserwartung von 150 Jahren haben könnte.
