Bundesrat verbessert die Anwendung des ISOS
Bern, 18.09.2026 — An seiner Sitzung vom 18. September 2026 hat der Bundesrat eine Änderung der Verordnung über das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (VISOS) und der Raumplanungsverordnung (RPV) gutgeheissen. Damit werden die Anwendung des ISOS präzisiert sowie die Behandlung zahlreicher Planungs- und Bauvorhaben vereinfacht und beschleunigt. Gleichzeitig hat der Bundesrat die letzte Etappe der Aktualisierung des ISOS im Kanton Graubünden verabschiedet.
Der Bundesrat hat die Bestimmungen zur Anwendung des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) präzisiert. Ziel ist es, die Planungs- und Bewilligungsverfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen, ohne den Ortsbildschutz unverhältnismässig einzuschränken. Damit trägt der Bundesrat den Herausforderungen Rechnung, die sich bei der Anwendung der Vorgaben des Ortsbildschutzes in der Praxis stellen.
Breite Zustimmung in der Vernehmlassung
Die vorgeschlagenen Änderungen der Verordnungen VISOS und RPV sind im Rahmen der öffentlichen Vernehmlassung auf breite Zustimmung gestossen. Sämtliche Kantone, die teilnehmenden politischen Parteien und Dachverbände sowie eine grosse Mehrheit der Organisationen und Verbände unterstützen die Vorlage grundsätzlich. Sie begrüssen insbesondere, dass die Revision Klarheit bei der Direktanwendung des ISOS schafft, den Handlungsspielraum von Kantonen und Gemeinden klarer definiert und die Erhaltungsziele verständlicher formuliert. Die Neuregelungen tragen dazu bei, Ortsbildschutz, qualitätsvolle Innenverdichtung, den dringend benötigten Wohnungsbau sowie die Ziele der Energiewende besser miteinander in Einklang zu bringen. Der Bundesrat hat die Ergebnisse der Vernehmlassung an seiner Sitzung vom 18. September 2026 zur Kenntnis genommen und die entsprechenden Änderungen der Verordnungen verabschiedet.
Die Änderung der VISOS und der RPV tritt am 1. November 2026 in Kraft. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) wird die Auswirkungen in der Praxis evaluieren und dem Bundesrat bis Ende 2028 darüber Bericht erstatten.
Aktualisierung des ISOS für den Kanton Graubünden abgeschlossen
An derselben Sitzung hat der Bundesrat die letzten Änderungen in der Liste der Ortsbilder von nationaler Bedeutung im Kanton Graubünden verabschiedet. Hinterrhein, Jenaz und Vals-Platz werden neu ins ISOS aufgenommen, Roveredo wird davon gestrichen. Mit dieser Etappe ist die Aktualisierung des ISOS im grössten Kanton der Schweiz abgeschlossen. Ab dem 1. November 2026 sind die Ortsbildaufnahmen von Hinterrhein, Jenaz und Vals-Platz rechtsgültig und als Geodaten sowie als PDF auf dem Geoportal des Bundes (map.geo.admin.ch) sowie dem Geoportal des ISOS (gisos.bak.admin.ch) verfügbar. Das ISOS wird in allen Kantonen regelmässig überprüft und aktualisiert und hilft den Behörden der Denkmalpflege, des Ortsbildschutzes sowie des Bau- und Planungswesens, baukulturelle Werte zu erkennen und langfristig zu sichern.
