Asylstatistik 2025
Bern-Wabern, 19.02.2026 — Die Zahl der neuen Asylgesuche war 2025 das zweite Jahr in Folge rückläufig. Es wurden total 25 781 Asylgesuche gestellt, was einem Rückgang von rund sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Wichtigstes Herkunftsland war erneut Afghanistan. Insgesamt stammten 20 300 der Gesuche von Asylsuchenden, die neu in die Schweiz eingereist sind. Die erstinstanzlich hängigen Asylgesuche konnte das Staatssekretariat für Migration (SEM) bis Ende 2025 auf 9487 senken.

In der Schweiz wurden 2025 insgesamt 25 781 Asylgesuche gestellt. Das sind 1959 Gesuche weniger als im Vorjahr (-7,1 %). Bei 5481 Gesuchen handelt es sich um Geburten, Familienzusammenführungen sowie Mehrfachgesuche und Gesuche von Personen mit einem bereits bestehenden Aufenthalt.
Folgende Entwicklungen prägten das vergangene Jahr:
- Der Migrationsdruck in Richtung Europa ging 2025 etwas zurück, obschon er in vielen Herkunftsländern unverändert hoch blieb.
- Der Regimewechsel in Syrien führte dazu, dass die Anzahl Asylgesuche syrischer Staatsangehöriger in Europa von zuvor 160 000 auf rund 45 000 sank. Dies hatte kaum einen Effekt auf die Schweiz, da die syrische Diaspora hierzulande verhältnismässig klein ist.
- Sowohl die Asylmigration aus der Türkei als auch die Transitmigration durch die Türkei waren rückläufig. Auch die Migration auf dem Seeweg von der Türkei auf die griechischen Inseln ging zurück. Hingegen nahm die Migration aus Libyen nach Kreta deutlich zu.
- In Süditalien landeten kaum mehr Personen aus Westafrika an, dafür nahm die Zahl der Anlandungen von Personen aus Ostafrika zu.
- Die Migration auf der zentralen Mittelmeerroute blieb 2025 somit stabil. Wichtigste Herkunftsländer der in Italien angelandeten Personen waren: Bangladesch, Ägypten, Eritrea, Pakistan, Sudan und Somalia. Insbesondere für eritreische, somalische und äthiopische Staatsangehörige ist die Schweiz ein Zielland. Als Folge davon nahm die Zahl der Asylgesuche von Personen aus den Staaten am Horn von Afrika im Vergleich zum Vorjahr um 3067 auf 6378 Gesuche zu.
- Ein grosser Teil der in Europa eintreffenden Migrantinnen und Migranten will weiterhin nach Deutschland, Frankreich oder ins Vereinigte Königreich. Die Schweiz hat gegenüber ihren nördlichen und westlichen Nachbarn weiterhin eine geringe Bedeutung als Zielland von Asylsuchenden.
Wichtigste Herkunftsländer von Asylsuchenden
Das wichtigste Herkunftsland von Asylsuchenden in der Schweiz war 2025 erneut Afghanistan mit 6207 Gesuchen (-28,1 %). Es folgte Eritrea mit 3415 Gesuchen, was einer Zunahme von 63,2 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Zahl türkischer Asylsuchender war 2025 europaweit und auch in der Schweiz zwar deutlich rückläufig, die Türkei blieb trotzdem eines der wichtigsten Herkunftsländer mit 2534 Asylgesuchen (2024: 4107). Beinahe zwei Drittel aller 2025 in der Schweiz gestellten Asylgesuche stammten von afghanischen, eritreischen, türkischen, algerischen oder somalischen Staatsangehörigen.
Erstinstanzlich erledigte und hängige Asylgesuche
2025 hat das Staatssekretariat für Migration (SEM) 31 223 Asylgesuche erstinstanzlich erledigt, das sind 3362 (-9,7 %) weniger als im Vorjahr (34 585). Das hängt damit zusammen, dass im Jahr 2025 ein besonderer Fokus auf die Erledigung der am längsten pendenten und komplexesten Fälle gelegt wurde. Die erstinstanzlich hängigen Asylgesuche nahmen gegenüber dem Vorjahr dennoch um 2434 auf 9487 ab (- 20,4 %). Damit ist es wahrscheinlich, dass das SEM die Zahl der erstinstanzlichen Pendenzen bis Ende 2026 auf den normalen Arbeitsvorrat von etwa 5800 senken kann.
7382 Personen erhielten 2025 Asyl, die Asylgewährungsquote lag damit bei 27,1 % (2024: 34,2 %). Weiter wurden 5005 vorläufige Aufnahmen verfügt (2024: 6459) und 5842 vorläufige Aufnahmen beendet (2024: 8823). Die Schutzquote (Asylgewährungen und vorläufige Aufnahmen aufgrund erstinstanzlicher Entscheide) betrug 43,8 % (2024: 54,1 %).
In 8016 Fällen erging ein Nichteintretensentscheid (2024: 8532). Davon wurden 5320 Entscheide (2024: 5413) im Rahmen des Dublin-Verfahrens und 2247 (2024: 2652) im Rahmen bilateraler Rückübernahmeabkommen gefällt. Bei Letzteren handelte es sich vor allem um Personen mit einem Aufenthaltsstatus in Griechenland, die in der Schweiz ein Asylgesuch stellten. 11 884 Gesuche wurden materiell abgelehnt (2024: 11 498) und 3941 Gesuche wurden abgeschrieben (2024: 4165).
Resettlement
Nach einer rund zweieinhalbjährigen Suspendierung (April 2023 bis September 2025), während der keine Aufnahmen erfolgten, nahm die Schweiz 2025 im Rahmen des Resettlement-Programms 2024-27 insgesamt 49 Flüchtlinge auf. Bei diesen Personen handelt es sich um vom UNHCR anerkannte südsudanesische und sudanesische Flüchtlinge aus Ägypten. Sie wurden Kantonen zugeteilt, die eine Verfügbarkeit an Aufnahmeplätzen kommunizierten.
Ausreisen und Wegweisungsvollzug
Im Jahr 2025 sind 7094 Personen selbstständig und kontrolliert aus der Schweiz ausgereist, im Vorjahr waren es 8526 Personen (-16,8 %). Dieser Rückgang ist eine Folge der geringeren Anzahl freiwilliger Ausreisen von Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit (2025: 4546, 2024: 6059). 2400 Personen (2024: 2247) wurden entweder in ihren Heimatstaat oder einen Drittstaat zurückgeführt. Bei 10 577 Personen wurde eine unkontrollierte Abreise registriert (2024: 12 596).
Die Anzahl Fälle in der Rückkehrunterstützung im Asylbereich hat per Ende 2025 um 11,7 % auf 3939 Personen zugenommen (2024: 3526) und ist damit trotz der anhaltend hohen Anzahl neuer Asylgesuche und Wegweisungen relativ stabil geblieben.
Der Vollzug der Wegweisungen liegt in der Zuständigkeit der Kantone. Der Bund führt mit den Kantonen regelmässig Gespräche, um den Wegweisungsvollzug weiter zu optimieren.
Dublin und Rückübernahmeabkommen
Die Zusammenarbeit mit den Partnerstaaten (Dublin-Assoziierungsabkommen und Rückübernahmeabkommen) funktionierte auch im Jahr 2025 gut.
Trotz der anhaltenden Überstellungssistierung durch Italien hat die Schweiz auch im Jahr 2025 wieder deutlich mehr Personen ins Ausland überstellen können, als sie von ihren europäischen Partnern hat übernehmen müssen, und zwar im Verhältnis von 2:1. 2025 konnte die Schweiz 2112 Personen dem zuständigen Dublin-Staat auf dem Luft- oder Landweg überstellen. Umgekehrt wurden der Schweiz im gleichen Zeitraum 1060 Personen überstellt.
Weiter konnte die Schweiz 2025 im Rahmen bilateraler Rückübernahmeabkommen 525 Personen (2024: 427) dem zuständigen europäischen Staat überstellen. Im selben Zeitraum wurden der Schweiz 16 Personen (2024: 38) überstellt. Seit 2014 konnte die Schweiz 3843 Personen gestützt auf Rückübernahmeabkommen überstellen, während im gleichen Zeitraum 190 Personen auf dieser Grundlage an die Schweiz überstellt wurden.
Ukraine: Schutzstatus S
2025 haben 12 897 Schutzsuchende den Status S beantragt (2024: 16 616), und er wurde im gleichen Zeitraum in 8331 Fällen gewährt. Bei 5949 Personen wurde der Schutzstatus S 2025 wieder beendet. Per Ende Jahr lag der offizielle Bestand von Personen mit Status S bei 71 762, gegenüber 68 070 per Ende 2024 (+3692). Zudem befanden sich per Ende 2025 weitere 4898 Schutzsuchende in der Schweiz, deren Antrag in erster Instanz oder auf Beschwerdestufe noch geprüft wird oder deren Ausreise nach einer rechtskräftigen Ablehnung noch bevorsteht.
Anfang Oktober 2025 hat der Bundesrat entschieden, den Schutzstatus S für Schutzsuchende aus der Ukraine nicht vor dem 4. März 2027 aufzuheben, sofern sich die Lage in der Ukraine bis dahin nicht grundlegend stabilisiert.
Ausblick Asyl- und Schutzgesuche 2026
Das SEM rechnet für das Jahr 2026 in seinem wahrscheinlichsten Szenario mit rund 25 000 neuen Asylgesuchen. Ein zentraler Faktor für die Entwicklung ist die Lage in der Türkei und die Situation auf der Migrationsroute im zentralen Mittelmeer. Zudem werden rund 12 000 neue Schutzgesuche erwartet.
