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MedienmitteilungVeröffentlicht am 15. April 2026

Dritter Jahrestag des Kriegsausbruchs im Sudan: Schweiz führt humanitäre Hilfe und Suche nach friedlicher Konfliktlösung fort

Bern, 15.04.2026 — Die Schweiz setzt 2026 rund 23 Millionen Franken ein, um die Menschen im Sudan und der Region in ihrer humanitären Notlage zu unterstützen. Dies kündigte Tim Enderlin, der Chef der Abteilung Frieden und Menschenrechte im EDA und Leiter der Schweizer Delegation, an der Sudan-Konferenz in Berlin an. Die Unterstützung der Schweiz konzentriert sich auf die Sicherung der Ernährung und der Existenzgrundlagen, den Schutz der Zivilbevölkerung und die Friedensförderung. Im Dezember 2025 hatte das Parlament angesichts der katastrophalen humanitären Lage im Sudan und in den Nachbarländern, in die viele Menschen aus dem Sudan geflohen sind, einen Nothilfekredit in Höhe von 50 Millionen Franken gutgeheissen.  

Im April 2019 ist der langjährige Militärdiktator Omar El Bashir von einer Allianz der Zivilgesellschaft und des Militärs gestürzt und durch eine zivil-militärische Koalitionsregierung ersetzt worden. Bereits im Oktober 2021 putschten die Militärs und verdrängten die zivilen politischen Kräfte aus der Regierung. Daraufhin zerstritten sie sich. Die Spannungen unter ihnen eskalierten im April 2023.

Seither tobt im Sudan ein bewaffneter Konflikt zwischen den Streitkräften des Sudan (Sudan Armed Forces, SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF). Heute werden das Zentrum des Landes mit der Hauptstadt Khartum und der Nordosten von den SAF kontrolliert, der Westen und Süden von den RSF.

Der Krieg hat verheerende Folgen für die Menschen im Sudan. Er hat zehntausende Todesopfer gefordert und eine Hungersnot ausgelöst. Über 33 Millionen Menschen - rund zwei Drittel der gesamten Bevölkerung - sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Rund 13 Millionen Menschen sind auf der Flucht, davon 4 Millionen in den Nachbarländern Ägypten, Südsudan, Libyen und Tschad. Sexuelle Gewalt ist weitverbreitet und wird als Kriegstaktik genutzt, es kommt zu zahlreichen Verletzungen des humanitären Völkerrechts. Die Infrastruktur im Land ist schwer beschädigt, die Gesundheits-, Bildungs- und Wirtschaftssysteme sind zusammengebrochen und die ethnischen Spannungen innerhalb der sudanesischen Bevölkerung haben sich verschärft. Die Schweiz fordert alle Parteien auf, ihren Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht nachzukommen.

Zum dritten Jahrestag des Kriegsausbruchs wurde in Berlin über Möglichkeiten einer friedlichen Lösung des Konflikts und der weiteren humanitären Hilfe für die vom Krieg betroffenen Menschen im Sudan und in den Nachbarländern diskutiert. Der Chef der Schweizer Delegation, Tim Enderlin, kündigte an, dass die Schweiz in diesem Jahr 23 Millionen Franken aus dem Budget der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz für den Sudan und die Region zur Verfügung stellen wird. Seit Kriegsausbruch hat die Schweiz somit rund 213 Millionen Franken zur Unterstützung der Bevölkerung im Sudan und der Nachbarländer eingesetzt.

Die Schweiz arbeitet mit verschiedenen Partnern – UNO-Agenturen, IKRK, internationalen Nichtregierungsorganisationen sowie lokalen Organisationen – zusammen, um die Hilfe vor Ort zu leisten. Im Dezember 2025 hatte das Parlament einen vom Bundesrat beantragten Nothilfekredit in Höhe von 50 Millionen Franken gutgeheissen. Den Betrag hat der Bund für die Bekämpfung von Hunger und Unterernährung, für den Schutz der Zivilbevölkerung sowie für die Unterstützung der Vertriebenen im Sudan und in den Nachbarländern verwendet.

Neben der Sicherstellung der Ernährungssicherheit und der Existenzgrundlagen und dem Schutz der Zivilbevölkerung setzt sich die Schweiz auch für die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit sowie eine politische Verhandlungslösung des Krieges ein. Zu diesem Ziel beherbergt und leitet sie seit Kriegsbeginn vertrauliche Dialoge mit allen politischen Strömungen des Sudan. Insbesondere ermöglicht sie es auch Frauen, ihre Simmen in die internationalen Verhandlungsinitiativen einzubringen. Für diese Arbeit zuständig ist beim EDA die Abteilung für Frieden und Menschenrechte.