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MedienmitteilungVeröffentlicht am 30. April 2026

Innosuisse und armasuisse lancieren eine Projektausschreibung im Bereich Dual-Use-Technologien

Bern, 30.04.2026 — Innosuisse und das Bundesamt für Rüstung armasuisse wollen mit einer gemeinsamen Initiative Forschung, Entwicklung und Innovation im Sicherheits- und Verteidigungsbereich stärken und zugleich konkrete Impulse für die zivile Wirtschaft und Gesellschaft schaffen. Kern der Initiative sind sogenannte Dual-Use-Technologien, d. h. Technologien mit Nutzen im Zivil- und Sicherheitsbereich. Die Projektausschreibung, die zur Umsetzung der rüstungspolitischen Strategie des Bunderates beiträgt, wird am 1. Juli 2026 lanciert. Das Budget für die Initiative beträgt 20 Millionen Franken, die Innosuisse und armasuisse gemeinsam beisteuern.

Die Initiative wurde vom Präsidenten des Verwaltungsrats von Innosuisse, André Kudelski, und vom Rüstungschef von armasuisse, Urs Loher, ins Leben gerufen. Sie trägt zu einer rüstungspolitischen Priorität des Bundesrats bei: der Stärkung von Forschung und Innovation im Sicherheitsbereich. «Mit dieser Initiative wollen wir die Innovationsfähigkeit der Schweiz gezielt auf Bereiche ausweiten, in denen ein klarer Souveränitätsbedarf besteht», erklärt André Kudelski.

Die Initiative ist als breite und offene Projektausschreibung konzipiert und legt thematische Prioritäten fest, lässt den Akteuren aus Forschung und Innovation aber grossen Spielraum bei der Entwicklung ambitionierter Lösungen. Die Projektausschreibung läuft im Rahmen des «Flagship»-Förderinstruments von Innosuisse. Sie soll es ermöglichen, systemische und interdisziplinäre Innovationen mit Dual-Use-Potenzial zu fördern und damit auf zentrale wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen und auf Fragen der nationalen Sicherheit der Schweiz zu reagieren.

Eingereichte Projekte müssen mehrere Schweizer Forschungsinstitutionen und Industriepartner aus der Schweiz einbinden. Das Thema der Projektausschreibung lautet: «Resilient and Secure Technologies for Defence and Mobility». Die drei technologischen Schwerpunkte der Projektausschreibung sind in der Infobox am Ende des Textes beschrieben. Sie zeigen auf, wie technologischer Fortschritt im Bereich der Sicherheit auch der Zivilgesellschaft zugutekommt. Historische Beispiele für solche Technologietransfers sind GPS-Systeme oder WLAN, die ursprünglich zwar für militärische Zwecke entwickelt wurden, heute jedoch fester Bestandteil unseres Alltags sind. Derartige Innovationen tragen dazu bei, den technologischen Fortschritt zu gewährleisten und die für den Verteidigungsbereich unentbehrliche Schweizer Wirtschaft zu stärken.

Mit dieser gemeinsamen Initiative stellen Innosuisse und der armasuisse-Kompetenzbereich Wissenschaft und Technologie die Weichen für die strategische und nachhaltige Entwicklung von Innovationen im Sicherheits- und Verteidigungsbereich. «Diese Initiative trägt direkt dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität der Schweiz zu stärken. Gleichzeitig bringt sie konkrete Impulse für Wirtschaft und Gesellschaft», betont Dominique Gruhl-Bégin, die Direktorin von Innosuisse.

«Forschung und Innovation im Sicherheits- und Verteidigungsbereich sind unverzichtbar, um die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz zu stärken und Krisensituationen zu meistern. Beide beruhen auf robusten Partnerschaften, einer dynamischen technologischen Entwicklung und einem hohen Innovationstempo», erklärt Thomas Rothacher, der stellvertretende Rüstungschef und Leiter armasuisse Wissenschaft und Technologie.

Die Initiative ist ein Beispiel für die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Institutionen für sektorale Forschung und Innosuisse. Das Budget der Initiative beträgt 20 Millionen Franken, die Innosuisse und armasuisse gemeinsam beisteuern. Die Projektausschreibung wird am 1. Juli lanciert, und die Gesuche werden gemäss den bestehenden Verfahren von Innosuisse bewertet und ausgewählt. Die Auswahl der geförderten Projekte soll im Sommer 2027 erfolgen.

Innosuisse
Innosuisse ist die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung. Sie stärkt mit ihren Förderangeboten die Wettbewerbsfähigkeit von Schweizer Unternehmen. Damit trägt sie zur nachhaltigen Entwicklung und zum Wohlstand der Schweiz bei. Über 600 Personen sind für Innosuisse im Einsatz und setzen sich dafür ein, mit Schweizer Innovationen die Welt zu bewegen.

armasuisse
Das Bundesamt für Rüstung armasuisse ist das Kompetenzzentrum für Beschaffung, Technologie und Immobilien des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Es ist zuständig für Entwicklung, Evaluation, Beschaffung und Entsorgung von Systemen und Material der Armee und weiterer Kunden.

Die drei technologischen Schwerpunkte der gemeinsamen Projektausschreibung von Innosuisse und armasuisse

Resiliente und krisentaugliche Navigations- und Zeitsynchronisationssysteme
Das erste Thema fokussiert auf Ortung, Navigation und Zeitsynchronisation (PNT). Es sind Technologien gefragt, die eine zuverlässige Ortung und Zeitsynchronisation ermöglichen – selbst bei Störungen, Interferenzen oder Ausfällen bestehender Systeme. Diese Lösungen sind wichtig für zahlreiche kritische Infrastrukturen sowie für die Luftfahrt, autonome Systeme oder Katastrophenschutzeinsätze.

Photonik für Sicherheit und Kommunikation
Das zweite Thema betrifft die Photonik, also lichtbasierte Technologien. Diese ermöglichen unter anderem die sichere Übertragung von Informationen, die hochpräzise Erfassung von Daten oder hochmoderne Bildgebungsverfahren. Neben Sicherheitsanwendungen spielen diese Technologien eine Schlüsselrolle in Bereichen wie Medizin, Präzisionsindustrie, Energie oder Umweltüberwachung.

Lösungen zur Erkennung und Abwehr von Drohnen
Der dritte Themenschwerpunkt betrifft die Entwicklung innovativer Technologien zur Ortung, Identifizierung und Neutralisierung von Drohnen, einschliesslich moderner Sensoren, Führungs- und Steuerungssysteme sowie angemessener Lösungen zur Abwehr. Diese Technologien tragen dazu bei, kritische Infrastrukturen zu schützen, öffentliche Räume zu sichern und Sicherheitskräfte angesichts ständig neuer Bedrohungslagen zu unterstützen.

Die Projektausschreibung wird per 1. Juli 2026 auf der Website www.innosuisse.ch veröffentlicht.