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J+S-Agenda 2025: Projekte «J+S 3.0» und «Digitale Lernwelt»

Als Hochsprungschanze dargestellte Entwicklung des Programms J+S mit den 3 Massnahmenpaketen

Im Herbst 2019 hat das BASPO übergeordnete Ziele und Schwerpunkte für die J+S-Agenda 2025 festgelegt, die in drei Massnahmenpaketen umgesetzt werden.

Die ersten beiden Massnahmenpakete sind inhaltlich auf die übergeordneten Ziele ausgerichtet und zeitlich auf die Entwicklung der neuen NDS abgestimmt und mit den Verordnungsrevisionen 2020/21 und 2022 umgesetzt worden.

Mit dem dritten Massnahmenpaket werden über die beiden Projekte «J+S-Ausbildungs- und Subventionsentwicklung 3.0» (kurz: J+S 3.0) und «Digitale Lernwelt» weitere und grössere strukturelle Veränderungen im J+S-Programm angegangen.

Projekt «J+S 3.0»

Knappe Ressourcen, parlamentarische Vorstösse und Sparmassnahmen des Bundes haben die Rahmenbedingungen für das Projekt «J+S 3.0» verändert. Das Projekt wurde reduziert und auf die wesentlichsten Massnahmen beschränkt. Die Weiterentwicklungen fokussieren in den nächsten Jahren auf die Vereinfachung und Akzentuierung des Systems sowie auf die Entlastung des Ehrenamtes.

Drei Massnahmen (Fokusthemen) sollen Anfang 2026 im Rahmen einer Verordnungsrevision umgesetzt werden:

  • Zusammenführung der Zielgruppen: Mit der strukturellen Zusammenführung der heutigen Zielgruppen «Kinder» (5- bis 10-Jährige) und «Jugendliche» (10- bis 20-Jährige) sollen die ehrenamtlich tätigen Personen administrativ entlastet werden.
  • Aufhebung der Nutzergruppen: Mit der Aufhebung der Nutzergruppen sollen künftig für J+S-Angebote aller J+S-Organisatoren dieselben Rahmenbedingungen gelten. Die Vereinheitlichung soll sich an den «tiefsten» Minimalbedingungen und den «höchsten» Maximalwerten aller Nutzergruppen orientieren und damit den Zugang zum J+S-Programm erleichtern.
  • Nationale Lösung für J+S-Assistenzleiter/-innen: Mit einer nationalen Ausbildung für jugendliche Assistenzleiterinnen und -leiter sollen Synergien genutzt und das bereits in verschiedenen Kantonen bestehende Angebot auf die ganze Schweiz ausgeweitet werden. Für die Einführung von erwachsenen J+S-Assistenzleiterinnen und -leiter sollen die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden.

Illustration zu den Fokusthemen im Projekt J+S 3.0

Weitergehende Massnahmen zur Erreichung von mehr Kindern und Jugendlichen sollen nachgelagert im Rahmen der geplanten Revision des Sportförderungsgesetzes (SpoFöG) angegangen werden. Massnahmen zur Einführung virtueller Lernsettings in der J+S-Kaderbildung gehen ins Projekt «Digitale Lernwelt» über.

Zeitplan

  • Konzeptphase (August 2023 - März 2024): Der Projektausschuss (GL BASPO) hat am 9. August 2023 die Weiterbearbeitung der drei Fokusthemen gutgeheissen und die Konzeptphase freigegeben.
  • Realisierungsphase (April 2024 - Dezember 2025): Die Realisierung erfolgt einerseits durch den Rechtssetzungsprozess «Verordnungsrevision 2026 (VOR 2026)» und andererseits durch entsprechende Weiterentwicklungen der NDS (technisch-systemische Realisierung).
  • Einführungsphase (Januar - Juni 2026): Die revidierten Verordnungstexte sollen Anfang 2026 in Kraft treten.

Unabhängig vom Projekt werden auch weitere Massnahmen geprüft wie z.B. die Aufnahme neuer J+S-Sportarten.
 

Zielbild: Um das J+S-Programm zu vereinfachen, sollen die strukturelle Trennung zwischen den Zielgruppen Kinder (5-10 Jahre) und Jugendliche (10-20 Jahre) aufgehoben werden.

Künftig sollen alle J+S-Leiterinnen und J+S-Leiter so ausgebildet werden, dass sie sie Kindern und Jugendlichen eine Sportart im Schlüsselbereich «Foundation» altersgerecht vermitteln können. J+S-Anerkennungen müssen so nicht mehr in zwei separaten Zielgruppen (Kinder respektive Jugendliche) erworben werden. Und J+S-Aktivitäten müssen dadurch auch nicht mehr nach Zielgruppen angemeldet und abgerechnet werden. All dies entlastet das Ehrenamt. Das Thema «Sport mit Kindern» bleibt dabei für alle J+S-Sportarten ein wichtiges Querschnittsthema.

Die Zusammenführung der Zielgruppen wirkt sich direkt auf die J+S-Sportart Allround aus, die aktuell nur für 5- bis 10-Jährige angeboten werden kann. In der Konzeptphase werden basierend auf den Outcomes der Initialisierungsphase spezifische Lösungsvarianten für Allround ausgearbeitet.

Zielbild: Die Rahmen- und Minimalbedingungen für die finanzielle Unterstützung von Organisatoren von J+S-Aktivitäten werden über alle J+S-Sportarten hinweg so ausgestaltet, dass sie möglichst einheitlich, logisch und einfach verständlich sind.

Jede Sportstunde verdient dieselbe staatliche Förderung via J+S, unabhängig davon, ob Sportarten von äusseren Bedingungen abhängig sind (heutige NG 2), Lager von Jugend-organisationen durchgeführt werden (NG 3), Kantone, Gemeinden, Verbände (NG 4) oder Schulen (NG 5) Organisatoren sind oder ein Sportverein (NG 1) solche Sportkurse und Lager durchführt. Künftig sollen deshalb für alle Organisatoren von J+S-Angeboten für Kinder und Jugendliche dieselben Rahmenbedingungen gelten, wobei man sich jeweils an den günstigsten, bzw. an den «tiefsten» Minimalbedingungen und den «höchsten» Maxi-malwerten aller Nutzergruppen orientieren will (z. B. mindestens 45 Minuten Dauer einer Trainingseinheit aus der NG 5). Mit einheitlichen Minimal- und Maximalbedingungen hin-sichtlich Dauer und Regelmässigkeit von Aktivitäten in Kursen und Lagern kann das Programm vereinfacht werden.

Zielbild: Die heutigen geschätzten aber unterschiedlich konzipierten Ausbildungen für Jugendliche unter 18 Jahren sind künftig national vom BASPO koordiniert und inhaltlich abgeglichen. Diese einheitlich über alle Sportarten geschaffene neue Ausbildung für «Assistenzleiter/-innen» ist im J+S-Programm integriert.

Mit der Einführung einer einheitlichen nationalen Ausbildung von jugendlichen «J+S-Assistenzleiter/-innen» kann die Einbindung und Förderung junger Menschen als künftige J+S-Leiter/-innen unterstützt und die hohe Ausstiegsrate von Jugendlichen ab 14 Jahren gemindert werden. Der Einsatz von «J+S-Assistenzleiter/-innen» in J+S-Angeboten verbessert das Betreuungsverhältnis zwischen Teilnehmenden und Leitenden und trägt damit zur Qualitätssteigerung von J+S-Aktivtäten bei. Deshalb soll auch eine Ausbildung für erwachsene «J+S-Assistenzleiter/-innen» geschaffen werden. Der Kanton Zürich, Begründer des 1418coach, ist bereits mit einer Pilotausbildung für Erwachsene, dem 18plus Coach, gestartet.

Um mit der Einführung einer neuen Ausbildung die Komplexität des J+S-Programms nicht zu erhöhen, soll die Aus- und Weiterbildung für Jugendliche und Erwachsene «J+S-Assistenzleiter/-innen» mit gleichen Rahmenbedingen konzipiert werden. Dafür spricht auch, den Jugendlichen den gleichen Wert ihres Engagements und Einsatzes zuzugestehen wie den Erwachsenen.

Projekt «Digitale Lernwelt»

Die Ausbildung ist ein Kernelement der Sportförderung durch das BASPO. Mit agilen, digitalen Lernformaten will die Geschäftsleitung die Ausbildungstätigkeiten des BASPO zukunftsgerichtet und auf die modernen Lernbedürfnisse abgestimmt unterstützen. Dieses anspruchsvolle Vorhaben soll im Rahmen des Projekts «Digitale Lernwelt» umgesetzt werden.

Seit dem 19. September 2023 ist das BASPO ist seinem Ziel einer digitalen Lernwelt für J+S, esa, EHSM und die Trainerbildung Schweiz einen Schritt nähergekommen. Die Initialisierungsphase des Projekts «Digitale Lernwelt» ist abgeschlossen. Das BASPO führte in dieser Phase unter anderem eine Marktanalyse durch und definierte die groben Anforderungen auf Basis von internen und externen Umfragen und Interviews. Die Umsetzungsphase beginnt nun mit der Erstellung des Feinpflichtenheftes und der Vorbereitung der Unterlagen für eine öffentliche WTO-Ausschreibung.